Trading

4 Min. Lesezeit
18.04.2019

Was beeinflusst die Finanzmärkte?

Es gibt eine Vielzahl an Anlageklassen, die sich für das Trading eignen. Um die Märkte erfolgreich zu handeln, ist jedoch ein gewisses Grundwissen zu den Märkten notwendig. Werfen Sie mit uns einen Blick auf den Forex- und Aktienmarkt und deren Einlussfaktoren.

Was beeinflusst die Finanzmärkte?

Forex-Markt

Der Forex-Markt gehört mit einem Handelsvolumen von täglich 5 Billionen US-Dollar zu den liquidesten Märkten der Welt. Beim Forex-Trading werden Währungen einzelner Länder gegeneinander gehandelt.

Faktoren, die den Forex-Markt beeinflussen

Wechselkurse werden genauso wie Aktienkurse durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Es gibt zahlreiche Faktoren, welche Einfluss haben: Diese sind zum Beispiel das Bruttoinlandsprodukt, Leitzinsen, Arbeitsmarktdaten, Daten zur Außenhandelsbilanz sowie politische Ereignisse.

Hierzu ein paar Beispiele*:

Das Bruttoinlandsprodukt misst den Gesamtwert aller Güter, also Waren und Dienstleistungen, die im Inland als Endprodukte während eines Jahres hergestellt werden. Steigt das BIP spricht das in der Regel für eine aufstrebende Wirtschaft und kann einen Kursanstieg der heimischen Währung bedeuten.

Zentralbanken steuern durch Änderungen des Leitzinses die wirtschaftliche Entwicklung. Die Zentralbank eines Landes erhöht den Leitzins. Damit fließt in der Regel mehr Kapital in dieses Land, zum Beispiel in Form von Staatsanleihe-Käufen oder anderen Investitionen aufgrund der attraktiveren Zinsen. Investiert wird natürlich in der jeweiligen Landeswährung, die Nachfrage nach der Währung steigt und stärkt somit die Währung dieses Landes. Bei einer Leitzinssenkung fließt hingegen theoretisch mehr Kapital ab, denn Investoren sind auf der Suche nach attraktiveren Zinssätzen zu denen sie ihr Kapital anlegen können, womit sich die Nachfrage nach anderen Währungen erhöht und so die heimische Währung schwächt.

Aber auch Arbeitsmarktdaten können den Forex-Markt beeinflussen: Steigen die Arbeitslosenzahlen ist die Zentralbank tendenziell eher zur Leitzinssenkung (was zuvor Genanntes zur Folge haben kann) geneigt, um die Wirtschaft anzukurbeln. Niedrige Zinsen bedeuten mehr Investitionen von Unternehmensseite sowie eine erhöhte Kaufkraft von Privatpersonen, was dann wiederum dem Arbeitsmarkt zugutekommen kann.

Import- und Exportzahlen haben ebenfalls unmittelbaren Einfluss auf den Devisenmarkt. Geht man zum Beispiel von einer positiven Außenhandelsbilanz aus (Exporte > Importe) führt dies in der Regel zu einer Aufwertung der heimischen Währung, denn Importeure müssen die Güter in der jeweiligen Währung des Exportlandes kaufen, womit die Nachfrage steigt.

Politische Ereignisse wie Wahlen und Kriege können darüber hinaus auch einen erheblichen Einfluss auf die heimische Währung nehmen. So sank der Wert des mexikanischen Pesos aufgrund der Androhung eines Handelskrieges und dem Bau einer Mauer drastisch als Donald Trump 2016 zum US-Präsidenten gewählt wurde.

Anhand dieser kleinen Beispiele wird deutlich wie vielfältig und komplex die Einflussfaktoren auf die Entwicklung von Devisenpaaren sein können. Über harte Fakten wie konjunkturelle Daten hinaus haben auch Erwartungen institutioneller Marktteilnehmer hinsichtlich der Entwicklung relevanter Faktoren und deren Handelsaktivitäten einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf den Forex-Markt.

Aktienmarkt

Der Aktienmarkt ist ein Markt, an dem Unternehmen Anteile am Eigenkapital ausgeben und Anleger diese handeln können. Durch die Ausgabe von Aktien fließt dem Unternehmen Kapital zu, das für Investitionen und zu weiterem Wachstum genutzt werden kann. Im Gegenzug profitieren Kapitalanleger von Unternehmengewinnen z.B. in Form von Dividenden sowie ggf. durch steigende Aktienkurse, zu denen die Wertpapiere später wieder veräußert werden.

Wie bildet sich eigentlich ein Aktienkurs?

Der Preis bestimmt sich durch das Angebot und die Nachfrage. Gibt es mehr Käufer als Verkäufer steigt der Preis der Aktien, wohingegen ein fallender Aktienkurs durch die fehlenden Nachfrage bzw. ein Überangebot hervorgerufen wird.

Die Nachfrage und das Angebot wiederum basieren auf vielen verschiedenen Daten. Diese umfassen zum Beispiel geschäftsrelevante Zahlen wie Quartalsberichte, generelle Unternehmensnachrichten und Übernahmeangebote. Darüber gibt es auch externe Einflussfaktoren wie Wechselkursänderungen, konjunkturelle Entwicklungen, die Außenhandelssituation und die Stimmung der Anleger, die Einfluss haben können.

Quartalsberichte und Prognosen: In der Regel führen übertroffene Prognosen zu einem Anstieg des Kurses, während nicht erzielte Prognosne eher zu einem Fall des Kurses führen. Es ist jedoch durchaus möglich, dass Prognosen bzw. Erwartungen bei Veröffentlichung der Berichte bereits in den Kurs eingepreist sind.

Gerüchte bzw. Neuigkeiten zur Übernahme führen oftmals zu einem Anstieg des Aktienkurses des Zielunternehmens, da diesem Kapital zufließt und/oder die Nachfrage nach frei verfügbaren Aktien steigt. Das übernehmende Unternehmen verliert dagegen tendenziell an Wert, da Kapital zur Übernahme erforderlich ist.

Darüber hinaus sind aber auch externe Faktoren von Bedeutung. Ist das Geschäftsmodell langfristig rentabel? Was macht die Konkurrenz? Welche Branche bedient das Unternehmen und welchen Trends folgt die Branche?

Wechselkursänderungen können ebenfalls zu Aktienkursänderungen führen. Ist die Währung in der die Aktie geführt wird eher schwach, sind ausländische Investoren eher dazu geneigt in die Aktie zu investieren, da das Investment günstig ist. Zudem kann eine schwächere Währung zu besseren Absatzzahlen des Produktes im Ausland führen, was mit einer Gewinnsteigerung und damit einer erhöhten Attraktivität der Aktien einhergehen kann.

Im Gegenzug kann eine starke Währung dazu führen, dass ausländische Investoren ihr Investment abziehen oder dass sich sinkende Absatzzahlen im Ausland negativ auf den Aktienkurs auswirken.

Geht es der Wirtschaft gut, wirkt sich dies meist auch positiv auf Aktienkurse aus. Konjunkturelle Entwicklungen und Daten so wie Arbeitsmarktdaten, das BIP oder auch Außenhandelsdaten sollten beim Analysieren von Aktienkursen also immer mit im Auge behalten werden.

Arbeitsmarktdaten: Je niedriger die Arbeitslosenquote, desto mehr kann mit höheren Konsumausgaben gerechnet werden, die den Unternehmen zugutekommen können und damit die Kurse beflügeln.

Ein erwartetes positives BIP steht für Wirtschaftswachstum, was zu besseren Ergebnissen der notierten Unternehmen führen kann und damit zu einer höheren Nachfrage nach Aktien, wohingegen ein negativ erwartetes Bruttoinlandsprodukt zu schwächelnden Aktienkurse führen kann.

Neben eher rationalen Faktoren, also auf harten Fakten basierende Einflüsse, hat auch die allgemeine Stimmung der Marktteilnehmer einen maßgeblichen Einfluss auf die Aktienmärkte. Hier geht es vorallem um Erwartungen für die Zukunft und wie diese eingeschätzt werden.

 

 


Diese Information stellt keine Investmentberatung oder Empfehlung dar. 

*Alle genannten Beispiele dienen lediglich der Veranschaulichung und stellen keine Beratung oder Investmentempfehlungen dar. Die reale Marktsituation kann hiervon abweichen.

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