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07.03.2019

Tesla in Schwierigkeiten?

ayondo Chief Trader Jordan Hiscott über die Preisentwicklung von Tesla und welchen Schwierigkeiten sich der Automobilhersteller stellen muss

Tesla in Schwierigkeiten?

Es vergeht kaum ein Tag ohne Nachrichten über den Automobilhersteller Tesla. Viele Besitzer der Tesla-Elektroautos sind zugleich Eigentümer der Aktien - das ist in dieser Form schon einzigartig. Aber der Hype um die Veränderung des Automobilsektors, der seit Anfang des 20. Jahrhunderts fast ausschließlich vom Verbrennungsmotor angetrieben wird, kann überzeugen: Das und die Autopilot- Technologie bietet nicht nur für Verbraucher, sondern auch für das investierbare Unternehmen, eine spannende Perspektive. Das zeigt auch die Entwicklung der Aktie: Seit 2010 ist der Wert um über 2000% von 16$ auf ein Allzeithoch gestiegen, das letztes Jahr bei 389$ lag. Das stärkste Wachstum des Aktienkurses konnte man zwischen 2013 und 2015 verzeichnen als dieser von 25$ auf 260$ stieg.

Seit 2017 stagniert der Aktienkurs jedoch in der Spanne von 240 bis 380 US-Dollar und der große Hype scheint vorüber zu sein. Kein Wunder -  vor dem Hintergrund der aktuellen Marktkapitalisierung von 47 Milliarden US-Dollar und einer schmerzvollen Geldverbrennung von über 2 Milliarden US-Dollar pro Jahr stellt sich die Frage, ob das aktuelle Geschäftsmodell nachhaltig ist. Als börsennotiertes Unternehmen gibt es zwei Seiten der Medaille: Investoren kaufen die Aktien in der Hoffnung auf steigende Kurse oder sie „shorten“  (auch Leerverkauf genannt) die Aktien in dem Glauben, dass diese überwertet ist. Ein Leerverkauf ist dann sinnvoll, wenn von einer Abwärtsbewegung der Aktie ausgegangen wird. Dabei leihen sich Investoren Aktien gegen eine Gebühr. Shorting wird vorallen von verschiedenen Hedgefonds und Investmentgesellschaften betrieben und kann äußerst profitabel sein.

Und das scheint im Moment der springende Punkt zu sein: Verschiedene Investmentgesellschaften und Hedgefonds scheinen aktiv Short-Position einzugehen in der Erwartung einer notwendigen Kapitalbeschaffung Anfang nächsten Jahres. Kontrovers und lautstark mahnte Elon Musk die Finanzanalysten mit ihrer Kritik - und es gipfelte in einem Tweet, bei dem er von einem Finanzierungsabkommen mit einem Land im Mittleren Osten sprach, um das Unternehmen zu einem Preis von 420$ pro Aktie zu privatisieren: Dies hat sich inzwischen als falsch herausgestellt und der CEO selbst wurde von der SEC gerügt: Wahrscheinlich werden weitere Klagen folgen.

Wie geht’s weiter?

Keine Frage - die Geschichte rund um Elektrofahrzeuge ebenso wie das Autopilot-Feature von Tesla sind spannend - aus Sicht eines potenziellen Kunden gesprochen. Aber es entsteht Konkurrenz etablierter Automobilhersteller, welche Eletrofahrzeuge nun auch zentral in ihre Strategie eingebunden haben und Möglichkeiten zur Massenproduktion besitzen. Im Gegensatz zu Tesla haben diese aber nicht nur ein profitables Geschäftsmodell aus dem Verbrennungsmotorgeschäft, um diesen neuen Sektor zu finanzieren, sondern auch einen niedrigeren Cash-Burn. Wenn sich eine notwendige Kapitalbeschaffung als wahr erweist, wird die Unterstützung bei 240$, dem jüngsten Tiefpunkt, meiner Meinung nach unterbrochen. Eine Bewegung in Richtung 150$ ist dann wahrscheinlich, entsprechend des Tiefs aus 2015.

 

Jordan Hiscott
Chief Trader

 


Die oben erwähnten Markteinschätzungen und Inhalte spiegeln ausschließlich die Meinung des Autors wider und nicht die von ayondo. Dieser Service ist ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und stellt keine Beratung oder Investmentempfehlung dar.

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