Wall Street Wake Up vom 22. April 2014

K+S vor den Zahlen

2013 war die K+S -Aktie das heiße Thema schlechthin im DAX, 2014 ist es etwas ruhiger geworden. Vor den frischen Quartalszahlen in der zweiten Wochenhälfte stellt sich eine Trendwende ein. Denn waren die Analysten im Herbst 2013 noch vermehrt skeptisch und drückten den roten Knopf auf der Farbskala, so wurden jüngst immer wieder bullische Stimmen laut. So gab es von Mitte September bis Mitte November neben zahlreichen Negativstimmen nur eine positive Einschätzung – von der gut informierten und sachlichen DZ Bank. Zwischen Mitte März bis Mitte April äußerten sich dann nur noch Merrill, BNP, Bernstein und Hauck und Aufhäuser negativ. Bernstein sieht ein Kursziel von 12 Euro, die DZ Bank dagegen wirft 28 Euro ins Rennen. Die DZ Bank hat die Einstufung für K+S nach der Einigung des Konkurrenten Uralkali mit Indien also auf kaufen mit einem Kursziel von 28 Euro belassen. Dieser Vertrag zeigt laut DZ, dass Indien nach China eines der größten Kali-Importländer der Welt sei, so Analyst Heinz Müller. Der vereinbarte Preis zeige indes, nach dem Auseinanderbrechen der Allianz Uralkali und Belaruskali sei Preisdisziplin in den Kalimarkt zurückgekehrt. Sein Kursziel eröffnet K+S noch knapp 20 Prozent Potenzial nach oben. Im Chart sieht man sehr schön, dass just bei diesen 28 Euro der Absturz 2013 begann. Zurück auf Los könnte man das Kursziel damit benennen.

Solar-Debakel

Bittere sechs Monate haben die Aktionäre von Solar-Fabrik hinter sich. Seit Mitte Oktober 2013 verlor der Anteilschein des Herstellers hochwertiger Solarmodule um 44 Prozent an Wert und rutschte im Tief bis auf 1,37 Euro. Der Aktuelle Börsenwert beträgt laut boersengefluester.de nur noch 18,4 Mio. Euro. Kein Wunder: Die Zahlen für 2013 sehen ziemlich gruselig aus. Bei einem Umsatzminus von 45 Prozent auf knapp 53 Mio. Euro kamen die Freiburger auf einen Verlust vor Zinsen und Steuern von 8 Mio. Euro – nach minus 21,85 Mio. Euro im Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich demnach von minus 1,69 Euro auf minus 0,58 Euro. Per Ende 2013 beträgt das Eigenkapital noch 23,28 Mio. Euro – der Small Cap wird also mit einem Abschlag zum Buchwert von rund 15 Prozent gehandelt. Das klingt zunächst einmal nach einer Gelegenheit. Doch auch im laufenden Jahr werden die Breisgauer rote Zahlen schreiben, die dann am Eigenkapital knabbern. Dem Vernehmen nach soll die Netto-Cashposition von 13,63 Mio. Euro aber reichen, um den Geschäftsbetrieb bis 2015 finanzieren zu können. Zudem hat die Gesellschaft prominente Aktionäre. Gut 19 Prozent der Anteile sind Alfred T. Ritter aus der Schokoladendynastie (Ritter Sport) zuzurechnen, 10,03 Prozent hält Klaus Grohe, Aufsichtsratsvorsitzender des Bad-Armaturenherstellers Hansgrohe.

Yoc meldet sich zurück

Die Aktie des Werbevermarkters YOC zählte in den vergangenen Monaten zu den schwankungsfreudigsten Small Caps überhaupt. Nach dem Dezember-Tief bei 0,67 Euro schoss die Notiz der Berliner – angetrieben durch Spekulationen auf finanzielle Unterstützung durch Investoren – in der Spitze bis auf 4,70 Euro. Gegenwärtig wird der Titel zu Kursen um 2,15 Euro gehandelt, womit YOC laut Gereon Kruse von boersengefluester.de auf einen Börsenwert von gerade einmal 6,1 Mio. Euro kommt. Ein Selbstläufer ist die von dem zurückgekehrten Firmengründer Dirk Kraus durchgeführte Sanierung jedenfalls nicht, auch wenn die Gesellschaft Fortschritte macht. Nach dem Verkauf des Geschäftsbereichs „Mobile Technology“ kam YOC 2013 auf einen Umsatz von 25,8 Mio. Euro und einen Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 4,5 Mio. Euro. Alarmierend ist, dass YOC sogar im verbliebenen Stammgeschäft „Media“ einen Erlösrückgang von 12,4 Prozent auf 19 Mio. Euro hinnehmen musste. Insbesondere in Frankreich und England entwickelten sich die Geschäfte schlechter als gedacht.

DAX bärenstark, Wall Street fest erwartet

Mehr als 9.500 Punkte – der DAX nutzt einen volumenseitig schwachen Handelstag nach Ostern, um sich an sein Rekordhoch heranzuschieben. Vor allem die Pharmabranche treibt den Index, nach der Umstrukturierung bei Novartis wittern Anleger Phantasie bei Bayer, Fresenius oder FMC, dazu steigt die Stada-Aktie im MDAX nach den heftigen Russland-Turbulenzen nun wieder über 30 Euro. Die Wall Street wird derweil fest bis unverändert erwartet, die Konjunkturdaten dürften entscheiden, ob der nächste Anlauf des S&P 500 Richtung 1.900 Zähler erfolgt. Auf der Währungsseite ist der Euro weiterhin ungeachtet aller EZB-Gerüchte um Anleihekäufe bombenfest, notiert bei 1,2208 zum Franken und 1,38 US-Dollar. Auf der Rohstoffseite geht der Kampf von Silber um 19 Dollar weiter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.