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Öl – Analyse

Ölpreis steht auf Messers Schneide

Vor einem Monat schien die Welt am Ölmarkt noch intakt zu sein. Die von der Opec beschlossene Verlängerung der Förderkürzung bis zum März 2018 sollte den Preis wieder deutlich über die 50-Dollar-Marke hieven. In der Realität ist genau das Gegenteil eingetreten: Vier Wochen in Folge dominieren inzwischen Minuszeichen, der Brent-Preis steht auf dem niedrigsten Niveau seit November 2016. Weiterlesen

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WTI – ayondo Wunschanalyse

Nicht nur an den Aktien- und Devisenmärkten bleibt die Volatilität weiterhin sehr hoch, auch am Ölmarkt zeigt sich deutlich die Unsicherheit der Investoren. Schaut man auf die reinen Performance-Daten, ist die Ausgangslage für das schwarze Gold eindeutig. Seit Jahresbeginn büßten Brent und WTI zwischen 14 bis 19 Prozent ein, auf Sicht von zwölf Monaten sind es gut 50 Prozent. Auch die kräftige Erholung von Ende August, als beide Ölsorten den stärksten Drei-Tagesanstieg seit 1990 zeigten, wurde inzwischen wieder zur Hälfte korrigiert. Ein Großteil der kurzen Rally dürfte auf einen klassischen Short-Squeeze zurückzuführen sein. Viele Investoren setzten auf weiter fallende Kurse und wurden vom Anstieg überrascht. Short-Positionen mussten geschlossen werden, was die Notierungen weiter nach oben führte. Erst allmählich scheint den Akteuren zu dämmern, dass sich an der Ausgangslage nichts verändert hat. Nach wie vor ist das Angebot an den Weltmärkten deutlich größer als die Nachfrage. Eine nachhaltige Preiserholung ist erst dann möglich, wenn verstärkt Signale zu erkennen sind, dass sich das Überangebot verringert. Aktuell sieht die Lage ganz anders aus. Einer neuen Einschätzung der US-Energiebehörde EIA zufolge wird die globale Ölnachfrage im kommenden Jahr geringer ausfallen als bisher angenommen. Selbst wenn die Preise wieder anziehen sollten, dürfte die Erholung nur kurz sein, weil zunehmend mehr Schieferölproduzenten in den USA wieder profitabel arbeiten könnten.

Auch von der charttechnischen Seite bleiben die Aussichten klar negativ. Auf allen relevanten Zeitebenen weisen die Trends nach unten. Zuletzt scheiterte die Erholung an der 50 Dollar-Marke. Erst wenn die runde Schwelle zurückerobert wird, steigen die Chancen für weiter anziehende Kurse bis 55 und 60 Dollar. Dennoch bleiben die Risiken auf der Unterseite vorerst begrenzt, denn die Öl-Bullen haben einen Trumpf im Ärmel: In den vergangenen 115 Jahren hat der Ölpreis eine einmal durchbrochene Handelsspanne anschließend nicht wieder in Anspruch genommen. Rund 25 Jahre scheiterte WTI an der 40er-Marke, erst vor rund zehn Jahren gelang der Ausbruch. Beim Crash 2009/10 bestätigte WTI den Bereich per Monatsschluss. Auch vor wenigen Tagen prallte der Kurs von der runden Marke erneut nach oben ab. Solange die Schwelle per Monatsschluss weiter verteidigt wird, bleibt eine Seitwärtsbewegung zwischen 40 bis 60 Dollar mittelfristig das wahrscheinlichste Szenario.

 

wti

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Autor: Feingold Research

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