RWE – Aktienanalyse

RWE elektrisiert Anleger

Nach etlichen schwachen Jahren ist RWE 2017 zum Liebling der Investoren geworden. Der Energieversorger hat von mehreren Seiten Rückenwind. Geht der Aufwärtstrend weiter?

Wer Anfang Januar die Aktie von RWE gekauft hat, kann sich über einen günstigen Einstieg freuen. Billiger war die Aktie auch im Jahr 2016 nur selten. Daher schaffte RWE in diesem Jahr etwas, was ihr in den vorangegangenen Jahren nie gelungen ist, nämlich den Sprung auf Platz 2 der aktuellen DAX-Performancejahresrangliste mit einem Plus von mehr als 70 Prozent. Stärker war nur die Lufthansa-Aktie. Die Energiewende ist in den vergangenen Jahren nicht spurlos an der Aktie vorbeigegangen. Das Rekordhoch liegt daher bereits einige Jahre zurück: im Januar 2008 kletterte die Aktie auf 102,20 Euro.

Restrukturierung trägt Früchte

Die erfolgreiche Abspaltung der Ökostromaktivitäten von RWE in eine eigene Tochtergesellschaft, steigende Strompreise und die Rückabwicklung der Brennelementesteuer sind die Triebfedern von RWE in diesem Jahr und haben den Aktienkurs zumindest wieder in die Nähe eines Zwei-Jahreshochs gebracht. Die Ökostromtochter überzeugt allerdings nicht nur durch eine positive Geschäftsentwicklung – erst vor kurzem hat man den Zuschlag zum Bau eines Mega-Windparks vor der Ostküste Großbritanniens bekommen -, sondern auch durch aktuelle Übernahmefantasien.
Im März war es der französische Strom- und Gaskonzern Engie, aktuell ist es der spanische Versorger Iberdrola, der einen Kauf von Innogy ins Auge gefasst haben soll. Zwar bezweifeln etliche Analysten, dass RWE seinen 77-Prozent-Anteil an Innogy verkaufen wird, weil dann die Dividendenzuflüsse wegfallen würden. Dennoch hat die anhaltende Übernahmespekulation die Aktien von Innogy auf ein Rekordhoch getrieben.

Strompreise steigen

Die Rückzahlung der ungerechtfertigt erhobenen Brennelementesteuer hat RWE wieder Milliarden in die Kassen gespült und zu einem optimistischen Ausblick 2017 veranlasst. Die Unternehmensspitze rechnet nun damit, das obere Ende der avisierten Gewinnspanne zu erreichen. Das bereinigte operative Ergebnis soll zwischen 5,4 und 5,7 Milliarden Euro betragen. Zu dieser Entwicklung tragen auch die gestiegenen Strompreise bei, die an der Energiebörse European Energy Exchange (EEX) in den vergangenen Monaten kräftig angezogen sind. Damit hellen sich die Perspektiven für die Versorger weiter auf. RWE profitiert außerdem davon, dass die Gaspreise zuletzt etwas gesunken sind, womit die Rohstoffkosten für die Versorger zurückgehen.

Aktie charttechnisch angeschlagen

Die RWE-Aktie ist zwar in einem mittelfristigen Aufwärtstrend seit dem Dezembertief 2016 bei rund 11 Euro, aber derzeit testet die Aktie eine bedeutende charttechnische Unterstützungslinie bei rund 20,50 Euro. Die nächste Unterstützung liegt an der diesjährigen Aufwärtstrendlinie bei 19 Euro. Sollte die Unterstützung bei 20,50 Euro halten, wäre dies ein positives Signal und die Aktie könnte einen Anlauf auf das Jahreshoch bei 21,69 Euro nehmen. Dann dürfte die nächste Widerstandszone zwischen rund 24 und 25 Euro ins Visier der Anleger geraten.

Autor: Feingold Research

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