Market View vom 9. Mai 2014

Deutsche Bank setzt sich durch

Die Aktie der Deutschen Bank befindet sich weiterhin in großer Gefahr. Mit Kursen von rund 31 Euro droht täglich ein Kursrutsch unter das Vorjahrestief. Weitere Verkäufe wären im negativen Fall sehr wahrscheinlich. Zumindest kann man nun einen Prestigeerfolg melden. Zusammen mit sechs Instituten wird der heimische Branchenprimus den Börsengang von Alibaba begleiten. Bereits im Sommer oder in der zweiten Jahreshälfte soll das IPO erfolgen, und es dürfte ein Spektakel werden. Spekuliert wird über ein Volumen von 15 bis 20 Mrd. Dollar, dies entspricht rund zehn Prozent des geschätzten Unternehmenswertes. Zur Einordnung: Vor zwei Jahren stürmte Facebook mit 16 Mrd. Dollar recht holprig aufs Parkett.

Alibaba beeindruckt – Apple kauft

Alibaba dürfte zwar weniger bekannt sein als das soziale Netzwerk. Die Geschäftsentwicklung ist aber beeindruckend. Immerhin erwirtschaftet man mehr Geld als die beiden Internet-Dinosaurier Amazon und eBay zusammen. Vom Börsengang dürften aber nicht nur die Deutsche Bank profitieren, sondern auch die Großaktionäre. Yahoo ist mit rund 23 Prozent beteiligt, Japans Telekomkonzern Softbank mit rund 34 Prozent. Auch wenn Börsengänge grundsätzlich begrüßenswert sind, ist die Signalwirkung für den Aktienmarkt oft nicht so erfreulich. Im Sommer 2007 wagte Blackstone das größte Börsendebüt an der Wall Street seit 2002. Wenige Monate später begann der Crash an den Finanzmärkten. Ob der mögliche Kauf von Dr.Dre seitens Apple für 3,2 Milliarden Dollar ein Crash-Signal sein kann, darüber lässt sich streiten. Der Preis ist auf jeden Fall ambitioniert und die Tatsache, dass Apple sich einen Partner suchen könnte, der nicht Technologieführer in seinem Bereich ist, lässt am Deal Zweifel aufkommen.

Japan ist eine tickende Zeitbombe

Noch bewegt sich der japanische Yen gegenüber dem Dollar oder dem Euro in der engen Range der vergangenen Wochen. Doch die Zeit der Lethargie könnte schon bald vorbei sein. Mit dem Sondereffekt der Mehrwertsteueranhebung im Rücken dürfte die Teuerungsrate bald weiter anziehen. Nach Einschätzung der Bank of Japan wird das Land bis zum Frühjahr 2015 das Inflationsziel von zwei Prozent erreichen. Allerdings ist dies auch nur aufgrund der sehr expansiven Geldpolitik möglich, während sich gleichzeitig der öffentliche Haushalt in einem desolaten Zustand befindet. Nach Berechnungen der Helaba kostet allein das zuletzt beschlossene Konjunkturparket den japanischen Staat genauso viel wie das zusätzliche Steueraufkommen pro Fiskaljahr einbringt. Sollte die Binnennachfrage aufgrund der Steuererhöhung deutlich abkühlen, sind weitere schuldenfinanzierte Konjunkturmaßnahmen in der Pipeline. Mittlerweile beträgt Japans Schuldenberg rund 230 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Gefährlich wird es, wenn die Regierung die Kontrolle über die Renditen der japanischen Staatsanleihen verliert. Sollten die Zinsen steigen, kann das Land die immense Verschuldung nicht mehr stemmen und würde kollabieren. Mit Folgen für die Weltwirtschaft.

Daten vom Freitag

Heute Morgen wurde in China eine Reihe von Konjunkturdaten für April veröffentlicht. Investoren werden vor allem auf das Wachstum der Geldmenge schauen, das im März bei 12,1 Prozent gelegen hatte. Zudem belief sich das Volumen an neuen Krediten auf 1050 Milliarden Renminbi (168 Mrd. Dollar). Ein zurückgehendes Volumen deutet auf eine Verschärfung der Kreditkrise in China hin.

Um 8 Uhr wurden die Handelsbilanzdaten für Deutschland für März publiziert. Im Februar hatte der Überschuss bei 16,3 Mrd. Euro gelegen. Im März soll er auf 17,5 Mrd. Euro gestiegen sein. Vor dem Wochenende war es das dann auch schon mit Daten, daher wird man auf der Währungsseite pro Euro wohl wenig lesen, auch die Aktienmärkte müssen so durch den Tag und ins Wochenende kommen.
Sarah Brylewski
Disclaimer

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