Market View vom 28. November 2014

E.ON hofft auf Milliardenerlös

Die Zahlen von Infineon liegen nun auf dem Tisch, einige Analysten haben sich inzwischen zu Wort gemeldet. Unter dem Strich fällt die Resonanz auf das Zahlenwerk eher durchwachsen aus. Die DZ Bank sticht mit ihrer Kaufempfehlung und Kursziel 11 Euro auf der Oberseite hervor. Societe Generale sowie S&P Capital IQ reduzierten hingegen den fairen Wert auf 8,20 Euro sowie 8 Euro. Die Aktie dürfte vorerst hinter dem Markt zurückbleiben, selbst das September-Hoch bei  9,10 Euro ist vorerst nicht in Sicht. Mehr Schwung könnte hingegen E.ON aufweisen, der Energiekonzern steht offenbar unmittelbar vor dem Verkauf seines Geschäfts in Spanien. Der Aufsichtsrat könnte auf der heutigen Sitzung den Deal über 2,5 Mrd. Euro bereits durchwinken. Abseits der Aktienmärkte bleibt der Ölpreis im Blick. Die OPEC einigte sich gestern nicht auf eine Förderkürzung, entsprechend deutlich gaben die Preise nach.

Rally fundamental auf dünnem Eis

Im März 2009 wollte kein Anleger mehr Aktien haben, die Stimmung war am Boden. Doch nicht nur das, auch der DAX bildete im Bereich um 3600 Punkte einen Boden aus, den wir wohl so schnell nicht mehr testen werden. Inzwischen legte der Index um rund 160 Prozent zu, gegenüber dem alten Rekordhoch von vor der Finanzkrise in 2008 handeln wir derzeit gut 20 Prozent höher. Wer allerdings streng auf die harten Konjunkturdaten vertraute, dürfte wohl noch nicht dabei sein oder ist wenn überhaupt nur teilweise investiert. Die deutschen Exporte kletterten seit März 2009 nur um 55 Prozent und stehen derzeit 16 Prozent über dem Niveau von Juni 2008. Die Auftragseingänge legten hingegen in den vergangenen knapp sechs Jahren nur um 47 Prozent zu und liegen 9 Prozent unter dem 2007er-Wert. Mit 25 Prozent seit 2009 zeigte die Industrieproduktion eine noch schwächere Erholung und liegt 3 Prozent unter dem Hoch aus 2008.

Geldsegen im Frühjahr 2015

Mit den harten Konjunkturdaten wären Anleger also nicht so gut gefahren. Auch im kommenden Jahr werden eher andere Faktoren die Richtung vorgeben. Rückenwind sollte die Wirtschaft über die stark gefallenen Ölpreise sowie den schwachen Euro erhalten. Zudem dürfte die noch expansivere Geldpolitik der EZB die Märkte anschieben. Gerade deutsche Aktien locken internationale Investoren zudem mit einer hohen Dividendenrendite. Mit rund 30 Mrd. Euro könnten die DAX-Firmen deutlich mehr ausschütten als im Vorjahr und zugleich so viel wie noch nie. Gerade im Vergleich zu Anleihen – zehnjährige deutsche Titel liegen bei 0,7 Prozent – erscheint die DAX-Dividendenrendite von 3,1 Prozent verlockend. Als klassischer Anleiheersatz dienen Aktien von Unternehmen, die in der Vergangenheit stets gezahlt haben und die Ausschüttung stabil oder sogar angehoben haben. Ganz oben auf der Liste bei den Blue Chips stehen Allianz und Münchener Rück, die eine Verzinsung von 5,3 sowie 4,8 Prozent bieten.

Inflationsdaten zum Wochenschluss

In den USA genießen die meisten Investoren und Analysten ein verlängertes Wochenende, die Aktienmärkte haben nur bis 19 Uhr geöffnet. Wichtige Daten werden heute von der anderen Seite des Atlantiks nicht erwartet. Von daher richtet sich der Fokus noch stärker auf die für 11 Uhr angesetzten Inflationsdaten aus der Eurozone. Prognosen zufolge dürfte die Teuerungsrate im November auf 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen sein. Das wäre der niedrigste Wert seit 2009. Im September hatte das Plus bei 0,4 Prozent gelegen. Besonders die fallenden Preise für Benzin, Diesel und Heizöl dürften dazu beitragen. Zudem bleibt der Preisauftrieb in den übrigen Bereichen schwach und dürfte Sorgen um eine deflationäre Entwicklung weiter anfachen.
Die oben erwähnten Markteinschätzungen und Inhalte spiegeln ausschließlich die Meinung des Autors wider und nicht die von ayondo. Dieser Service ist ausschliesslich zu Informationszwecken bestimmt und stellt keine Beratung oder Investmentempfehlung dar.

 

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