Market View vom 23. April 2014

DAX stark erwartet

Weiterhin fest im Rennen liegt der DAX. Er wird am Mittwoch Morgen mit exakt 9.600 Punkten indiziert, hält damit seine Dienstagsgewinne erst einmal. Ob das so bleibt, werden nach schwachen China-Daten dann ab 15.45 Uhr die US-Zahlen zeigen. So wird der Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie für April veröffentlicht, den die englische Researchfirma Markit ermittelt. Im März war er auf 55,5 Punkte gesunken. Werte oberhalb der 50er-Marke deuten ein Wachstum des Sektors an. Um 16 Uhr folgen die Verkäufe neuer Häuser in den USA. Im Februar war der Absatz um 3,3 Prozent auf eine Jahresrate von 440.000 gesunken. Das war das niedrigste Niveau seit fünf Monaten. Im März sollen die Verkäufe auf 453.000 gestiegen sein. Um 16.30 Uhr werden die Daten zu den US-Öllagervorräten publiziert. 

Ölmarkt und Facebook im Blick

Weil der Ölpreis nicht zuletzt wegen der Russland-Krise zuletzt deutlich auf dem Weg nach oben war, werden sich Investoren die Daten genau anschauen. In der vergangenen Woche waren die Vorräte um zehn Mio. Barrel auf 394,1 Mio. Barrel gestiegen. Das war das höchste Niveau seit Juni 2013. Nach Börsenschluss in den USA legen Apple und Facebook die Quartalsergebnisse vor. Analysten prognostizieren, dass der Umsatz von Apple mit 43,55 Mrd. Dollar stabil war. Der Gewinn je Aktie soll   von 10,09 Dollar auf 10,17 Dollar zulegen. Facebook soll den Umsatz um mehr als 60 Prozent auf 2,35 Mrd. Dollar gesteigert haben. Laut den Schätzungen hat sich der Gewinn je Aktie auf 0,24 Dollar verdoppelt.

Apple muss liefern

Vorstandschef Tim Cook hat bei Apple für das laufende Quartal Umsätze von lediglich 42 bis 44 Mrd. Dollar in Aussicht gestellt. Das lag deutlich unter den Schätzungen der Analysten von 46,1 Mrd. Dollar. Würde der Erlös nicht das Vorjahresniveau von 43,6 Mrd. Dollar erreichen, wäre das der erste Erlösrückgang auf Quartals-Basis seit 2003.

Analysten fürchten, dass der iPhone-Absatz von China Mobile deutlich hinter den Erwartungen zurückbleiben wird. Eine Hoffnung gibt es aber und sie ist gar nicht so unwichtig: Anders als in einigen Quartalen zuvor haben die Analysten ihre Schätzungen zuletzt nicht weiter nach unten korrigiert. Diese Indikation deutet darauf hin, dass man nicht allzu pessimistisch ist. Allerdings – Cash-Reserven bereinigt liegt das Apple-KGV für 2015 bei nur 8!! Würde man den Kaliforniern eine weitere Wachstumsstory zutrauen, würde man sie sicherlich teurer bezahlen. Man sieht – so wie der Kurs ergeben auch viele Argumente ein Patt.

Man(n) will die Elite und die Elitepartner

Dem Vernehmen nach sollen angelsächsische und US-Analysten auf Tomorrow Focus aufmerksam geworden sein und das Internetunternehmen als deutlich unterbewertet ansehen, so berichtet boersengefluester.de. Die Story ist freilich nicht neu. Ende Juni 2013 kauften die Münchner die fehlenden sechs Prozent an ihrer Vorzeigetochter HolidayCheck für 15 Mio. Euro. Das läuft auf einen gesamten Firmenwert für das Reiseportal von rund 250 Mio. Euro hinaus. Interessant: Zurzeit beträgt die komplette Marktkapitalisierung von Tomorrow Focus nur 236 Mio. Euro. Hinzu kommen Finanzverbindlichkeiten von netto 12,1 Mio. Euro. Letztlich bekommt man das komplette Restgeschäft also beinahe umsonst. Neben dem Reisesegment ist die mehrheitlich im Besitz von Burda Digital befindliche Gesellschaft in abobasierten Geschäftsmodellen wie ElitePartner oder der Ärztebewertungsseite Jameda engagiert. Hinzu kommt das Publishergeschäft (Focus Online, Huffington Post, Finanzen100).

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