Market View vom 22. April 2014

Rätsel an der Wall Street

Börsenregeln wie „Sell in May“ oder „Wie der Januar, so das Börsenjahr“ kennt jeder Anleger. Aber haben Sie schon einmal von der Dienstags-Rally gehört? Seit Jahresbeginn kann an den amerikanischen Aktienmärkten eine ungewöhnliche Entwicklung beobachtet werden, für die es bisher noch keine Erklärung gibt. Seit Silvester liegt der Dow Jones rund zwei Prozent im Minus. Ohne Berücksichtigung der Dienstage beliefe sich der Abschlag hingegen auf knapp acht Prozent. Ein ordentlicher Unterschied, der auch in der Performance der Wochentage deutlich wird. Denn der Dienstag ist mit einem durchschnittlichen Anstieg von 0,4 Prozent der einzige Tag in der Woche, an dem eindeutig die Bullen Regie führten. Hingegen fällt die Performance an allen anderen Wochentagen mit minus 0,8 bis minus 0,18 Prozent negativ aus. Fazit: Die Chancen für einen guten Auftakt nach Ostern sind recht gut.

Statistik nicht vergessen

Auch wenn an der Börse die Zukunft gehandelt wird, kann ein genauer Blick in den Rückspiegel nicht schaden. Gerade in 2014 sollte man bremsbereit agieren, denn die Achterbahnfahrt im ersten Quartal könnte einen guten Vorgeschmack für die kommenden Monate liefern. Im Januar leistete sich der Dow Jones mit minus fünf Prozent einen klassischen Fehlstart. Daten von wellenreiter-invest zeigen, dass nach einer so tiefen Januar-Korrektur die Wahrscheinlichkeit für ein Negativjahr bei 80 Prozent liegt. In den vergangenen Jahrzehnten büßte der Index 16 Mal um mehr als vier Prozent ein. Nur in drei Jahren – 1968, 1979 und 2009 – blieb unter dem Strich ein leichter Gewinn. Ähnlich negative Signale sendet auch der Präsidentschaftszyklus. Das Jahr 2014 ist ein Zwischenwahljahr. Die Wahrscheinlichkeit eines Verlustes im Jahresverlauf in prozentual zweistelliger Höhe liegt mit 80 Prozent ebenfalls auf einem hohen Niveau.

Apple und Facebook vor der Tür

Diese Woche wird zur Technologie-Knallerwoche in den USA. Morgen legen Apple und Facebook ihre Zahlen vor, am Donnerstag folgt dann Microsoft. In Deutschland ist am gleichen Tag K+S dran, also auch hierzulande läuft die Quartalssaison langsam an. Auf der Konjunkturseite ist zunächst der Häusermarkt in den USA dran. Um 16 Uhr werden heute die Verkäufe bestehender Häuser in den USA veröffentlicht. Im Februar waren die Verkäufe um 0,4 Prozent auf eine Jahresrate von 4,6 Mio. gesunken. Das war das niedrigste Niveau seit Juli 2012. Experten erwarten, dass der Absatz im März stagniert hat. Wenn die Experten richtig liegen, und die schwachen Verkäufe der letzten Monate hauptsächlich am Wetter gelegen haben, müsste sich der Absatz in den nächsten Monaten merklich beleben.

DAX könnte 9.500 knacken

Es ist schon beachtlich, mit welcher Vehemenz die Bullen im DAX zurückschlagen. Denn während vergangene Woche noch um die 9.000 gebangt wurde, zeigt die Indikation heute früh fast 9.500 Punkte. Die USA haben einen positiven Wochenauftakt geliefert, vor allem bei den geprügelten Hunden ging es aufwärts. Tesla legte auf 203 Dollar zu, der Kurs vom 15.4 bei 185 Dollar war offenbar ein Ausverkaufspreis. Die Schwankung der Aktie liegt seit Anfang März übrigens zwischen 255 und 185 Dollar – eine extrem breite Spanne. Es ging gestern also um 3,3 Prozent aufwärts, auch bei Facebook legte man 4 Prozent auf 61,50 Dollar zu. 55,50 Dollar aus der vergangenen Woche wurden damit korrigiert, um die Quartalszahlen herum geht es jetzt aber um die 62,5 Dollar-Marke. Sie war im April schon zweimal ein Hindernis. Klettert Facebook darüber, wäre der Weg bis 65 und dann zum Rekordhoch bei 72 Dollar frei.

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