Facebook – Aktienanalyse

Facebook: Geldmaschine läuft noch nicht auf Hochtouren

Als Facebook im Frühjahr 2012 an die Börse ging, war die Begeisterung für die Papiere bei Kleinanlegern ungebrochen. Börsenprofis waren hingegen wegen der geringen Umsätze im mobilen Bereich skeptisch. Vier Jahre später erzielt der Konzern einen Großteil seines Wachstums über mobile Werbung. Privatanleger hatten ein gutes Händchen: Die Aktie legte seit dem Börsengang um rund 230 Prozent zu und markierte zuletzt nahezu im Wochenrhythmus frische Bestmarken.

Operativ brummt das Geschäft und untermauert die starke Kursentwicklung: Im zweiten Quartal stieg der Nettogewinn um das Dreifache auf gut zwei Mrd. Dollar, die Werbeerlöse legten vier Mal so kräftig zu wie im Branchendurchschnitt. Mehr als 80 Prozent des Werbeumsatzes erzielt der Konzern über mobiles Advertising. Vor allem die massive Reichweite sorgt bei Werbekunden für Begeisterung: Täglich nutzen 1,1 Milliarden Menschen das Angebot, mit Zuwachsraten von zuletzt 25 Prozent nimmt besonders der Zugriff über mobile Endgeräte rasant zu. Marketing-Budgets werden verstärkt aus Print-Produkten abgezogen und in digitale Angebote umgeschichtet. Als Branchen-Primus spielt Facebook die Entwicklung in die Karten.

Weitere Einnahmequellen in Sicht

Der schon jetzt hohe Wettbewerbsvorsprung und der Fokus auf die Nutzererfahrung dürften in Zukunft die Geldmaschine noch stärker in Schwung bringen. Facebook steht bei der Entwicklung der Werbemöglichkeiten erst noch am Anfang. Rund 400 Millionen Menschen nutzen die Foto-Plattform Instagram, die sich derzeit noch in der Frühphase des Umsatzwachstums befindet. Der Messenger wird von ungefähr 900 Millionen Usern genutzt, auch hier ist ab dem kommenden Jahr mit ersten nennenswerten Einnahmen zu rechnen. Bei WhatsApp musste der Konzern vor wenigen Tagen in Deutschland einen kleinen Rückschlag einstecken. Nach dem Willen deutscher Datenschutzbehörden darf Facebook ab sofort keine Nutzerdaten seiner Tochter mehr verwenden. Dennoch wird die Erfolgsstory der Messaging-App anhalten: Jeder siebte Mensch auf der Welt nutzt WhatsApp, rund 42 Milliarden Nachrichten werden pro Tag übermittelt. Zuletzt gab es Änderungen bei den  Nutzungsbedingungen, künftig kann der Dienst auch zur Kommunikation zwischen Usern und Unternehmen eingesetzt werden. Die neue Kontaktmöglichkeit dürfte sich schon bald auf der Umsatzseite bemerkbar machen. Im Bereich der Spiele will Facebook künftig ebenfalls aktiver werden.

Trader aufgepasst

Zuletzt hat der Konzern die Erwartungen des Marktes mehrfach übertroffen, entsprechend hoch liegt die Messlatte der Analysten. Ende Oktober erscheinen die Zahlen für das dritte Quartal. Erwartet wird ein Umsatzwachstum von gut 50 Prozent auf 6,9 Mrd. Dollar sowie ein Anstieg beim Gewinn je Aktie von knapp 70 Prozent auf 0,96 Dollar. Für das Gesamtjahr rechnet der Markt mit 3,92 Dollar Gewinn je Aktie und Erlösen von 27,1 Mrd. Dollar. Angesichts der kräftigen Wachstumszahlen besteht aus fundamentaler Bewertungssicht durchaus noch Luft nach oben.

Nach Veröffentlichung der letzten Bilanzen kletterte die Aktie jeweils auf Rekordhoch. Sollten die Erwartungen Ende Oktober erneut übertroffen werden, was durchaus zu erwarten ist, dürfte sich die Regel fortsetzen. Rücksetzer an den Monatsmittelwert bei derzeit 128 Dollar erwiesen sich zuletzt immer als guter Einstiegspunkt. Auf der Oberseite ist abgesehen von der Bestmarke bei 132 Dollar keine Barriere zu erkennen. Trader sollten daher auf den Abstand zur 21-Tage-Linie achten: Häufig endete eine Rally ab einer Differenz von mehr als 5,5 Prozent zum Durchschnitt. Kurzfristig reicht das Potenzial somit bis ungefähr 135 Dollar.

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Autor: Feingold Research

Die oben erwähnten Markteinschätzungen und Inhalte spiegeln ausschließlich die Meinung des Autors wider und nicht die von ayondo. Dieser Service ist ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und stellt keine Beratung oder Investmentempfehlung dar.

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