Continental – Aktienanalyse

Continental-Aktie bald ausgereizt?

Die Autozulieferbranche ist nach den Skandalen in der Automobilbranche ebenfalls mächtig in Bewegung. Die Continental-Aktie hat allerdings durch ein günstiges Umfeld schnell wieder auf den Haussepfad einschwenken können. Nun warten hartnäckige Widerstände auf die Aktie. 

Nach monatelanger Kursschwäche hat die Continental-Aktie zuletzt wieder einen Gang nach oben geschaltet. Dafür haben die Nachrichten des Konkurrenten Autoliv gesorgt. Der schwedische Autozulieferer will sich in zwei börsennotierte Unternehmen aufspalten und so deren Unternehmenswert steigern: einerseits in eine Firma für passive Sicherheitstechnik, wie Airbags und Sicherheitsgurte und andererseits in eine für aktive Sicherheitstechnik, wie Fahrassistenzsysteme. Nach der Ankündigung schoss die Autoliv-Aktie um zwölf Prozent nach oben und hat auch jene von Continental mitgezogen. Denn Continental gehört neben Bosch und dem japanischen Konkurrenten Denso Automotive zu den größten Unternehmen im Bereich Fahrerassistenzsysteme.

Hohe Investitionen in Elektromobilität

Analysten erwarten, dass Continental Milliarden braucht, sollte der Konzern den Bereich Elektromobilität deutlich ausbauen. Das könnte das Unternehmen durch den Börsengang der Reifensparte möglicherweise finanzieren. Conti-Chef Elmar Degenhart möchte auch das Geschäft mit Sensorik, Software-Dienstleistungen und E-Mobilität in den nächsten Jahren energisch vorantreiben. Bis 2025 werde der Markt für Technologien zum a

utomatisierten Fahren auf mehr als 30 Mrd. Euro wachsen – das sei rund das Doppelte des für 2020 prognostizierten Wertes. Im Mai hatte bereits der englische Konkurrent Delphi Automotive angekündigt, dass es sich in zwei Unternehmen aufspalten wolle: eines das sich auf Technologie für Verbrennungsmotoren fokussiere und eines für Elektro- und selbstfahrende Fahrzeuge. Derweil strebt der italienische Reifenhersteller Pirelli zurück an die Börse und könnte ein Indikator für Continental sein. Pirelli will beim bevorstehenden Börsengang bis zu 3,3 Mrd. Euro einnehmen. Der Wert des Unternehmens läge damit bei insgesamt 6,3 bis 8,3 Mrd. Euro.

Günstiges Umfeld

Das Börsenumfeld und damit auch die Stimmung für den Börsengang von Pirelli hat sich zuletzt verbessert, nachdem Investoren allmählich davon ausgehen, dass US-Präsident Donald Trump bis zum Jahresende eine Steuerreform durch den Kongress bringen könnte. Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist zuletzt deutlich gestiegen, nachdem sich Trump mit den oppositionellen Demokraten überraschend auf das Aussetzen der US-Schuldenobergrenze geeinigt hatte. Sollte die Steuerreform tatsächlich kommen, würde sie die US-Wirtschaft ankurbeln und über steigende US-Importe auch die Weltwirtschaft.

Widerstand in Sichtweite

Die positive Entwicklung im Umfeld der Continental-Aktie hat sich bereits in kräftigen Kursgewinnen niedergeschlagen. In den vergangenen vier Wochen ist die Aktie mit einem Plus von knapp zehn Prozent die viertbeste Aktie im deutschen Leitindex. Hinzu kommt, dass sie aus charttechnischer Sicht an einen hartnäckigen Widerstand in Form des 52-Wochenhochs bei 209,15 Euro heran läuft. Daher könnten nach der starken Performance der vergangenen Wochen nun Gewinnmitnahmen einsetzen. Die nächsten bedeutenden Unterstützungen liegen knapp über beziehungsweise unter der 200-Euromarke. Die untere Begrenzung des absteigenden Dreiecks bei rund 186 Euro, aus dem die Continental-Aktie Anfang September nach oben ausgebrochen ist, sollte nicht mehr unterschritten werden, um das positive Gesamtbild nicht zu gefährden.

 

Autor: Feingold Research

Die oben erwähnten Markteinschätzungen und Inhalte spiegeln ausschließlich die Meinung des Autors wider und nicht die von ayondo. Dieser Service ist ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und stellt keine Beratung oder Investmentempfehlung dar.

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