Apple – Aktienanalyse

Apple – One more thing!

Vor 40 Jahren wurde Apple gegründet, seitdem hat der Konzern mit seinen Produkten die Welt verändert. Mit der Marke sind vor allem Innovationen verbunden, die nicht nur den Smartphone-Markt in den vergangenen Jahren grundlegend verändert haben. An der Börse fällt die Begeisterung aber seit einiger Zeit nicht mehr ganz so euphorisch aus, wie auch die Reaktionen auf die jüngste Produktpräsentation vor gut einer Woche zeigten. Während früher Steve Jobs immer wieder ein überraschendes Ass aus dem Ärmel zauberte – „One More Thing“ – sind ähnliche Neuerungen inzwischen Mangelware.

Der US-Technologieriese schlägt nun einen anderen Weg ein und versucht mit günstigeren und kleineren Versionen des iPhones den schwächelnden Absatz seiner Produkte anzukurbeln. Vor allem in den Schwellenländern und auch auf dem weltgrößten Smartphone-Markt China sollen so neue Käufer angesprochen werden. Anders formuliert: Apple verabschiedet sich allmählich von seiner erfolgreichen und langjährigen Hochpreis-Strategie und setzt auf niedrigere Preise, um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Eine riskante Entscheidung, denn das Discount-Modell steht nicht nur für ein Produkt mit einem geringeren Prestige, es zeigt auch, dass Apple seine Stellung als „High End Provider“ bewusst verwässert, schreiben die Analysten von Jefferies.

iPhone stellt ein Risiko dar

Apple steht immer stärker unter Zugzwang, denn das iPhone steuert rund 70 Prozent zu den Erlösen bei. Sollte die Nachfrage sinken, wirkt sich dies spürbar negativ auf den Umsatz und die nachfolgenden Kennzahlen aus. Bereits für das laufende Quartal rechnet Apple mit dem ersten Rückgang bei den Verkaufszahlen seit Markteinführung vor neun Jahren. Im wichtigen Weihnachtsgeschäft gab es statt zweistelliger Zuwächse nur ein mageres Plus von 0,4 Prozent. Apple wird nun Opfer seines eigenen Erfolgs, zumal ähnlich erfolgreiche Innovationen wie das iPhone auf sich warten lassen. Das Bezahlsystem Apple Pay könnte die Kasse klingeln lassen, auch das schon länger erwartete Auto weckt Hoffnungen, doch dies ist noch Zukunftsmusik. Vor drei Monaten rechneten Analysten für das zweite Quartal noch mit einem Ergebnis je Aktie von 2,37 Dollar, aktuell liegen die Konsensschätzungen bei zwei Dollar. Für das Gesamtjahr wurden die Prognosen von 9,71 Dollar auf 9,09 Dollar nach unten genommen, Tendenz fallend.

Trend noch nicht gebrochen

Aus Sicht der Bewertung ist die Aktie mit einem KGV von zwölf deutlich günstiger als der Gesamtmarkt. Dies dürfte auch ein Grund für den jüngsten Aufwärtsimpuls sein, ausgehend von der Unterstützung bei rund 95 Dollar eroberte der Wert kürzlich die 100-Tage-Linie zurück. Mit 108 / 109 Dollar steht die nächste Barriere vor einer Bewährungsprobe, darüber lauert um 111 Dollar der 200-Tage-Durchschnitt. Die inzwischen deutlich fallende Signallinie zeigt zugleich einen intakten übergeordneten Abwärtstrend an. Erst eine Rückeroberung der 120er-Marke würde dies ändern. Trotz der Skepsis sind die meisten Analysten von der Aktie noch überzeugt, das durchschnittliche Kursziel liegt im Bereich der Bestmarke bei 133 Dollar. Ausgehend vom aktuellen Niveau wären somit rund 20 Prozent Luft nach oben vorhanden. Doch der Weg wird kein leichter sein, vor allem nicht, wenn keine neuen erfolgsversprechenden Produkte präsentiert werden.

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Autor: Feingold Research

Die oben erwähnten Markteinschätzungen und Inhalte spiegeln ausschließlich die Meinung des Autors wider und nicht die von ayondo. Dieser Service ist ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und stellt keine Beratung oder Investmentempfehlung dar.

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