Allianz – Aktienanalyse

Dividendenperle vor wichtigem Test

Gute Kursperformance, überzeugende Geschäftszahlen, Aktienrückkäufe und eine hohe Dividendenrendite – kaum eine Aktie bietet mehr Kaufargumente als die Allianz. Aber lohnt sich für Anleger auch jetzt noch der Einstieg?

In den USA sind Aktienrückkäufe bereits seit Jahren ein großes Thema. Viele Unternehmen nutzten die niedrigen Finanzierungskosten und erhöhten sogar die Verschuldung, um eigene Anteile zu kaufen. Deutsche Konzerne halten sich hingegen mit größeren Rückkäufen bisher eher zurück. Aus der ersten Reihe sticht aber besonders die Allianz hervor. Ende 2014 hatten die Münchner etwa drei Mrd. Euro für den Kauf von Unternehmen zurückgelegt. Innerhalb von drei Jahren sollte ein möglicher Deal in trockenen Tüchern sein, andernfalls würde das Geld für Aktienrückkäufe genutzt. Die Frist ist inzwischen verstrichen. Erstmals in der knapp 130-jährigen Unternehmensgeschichte startet die Allianz ein auf zwölf Monate angelegtes Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu drei Mrd. Euro. Positiver Nebeneffekt: Da die Aktien eingezogen werden, verteilt sich der Gewinn auf weniger Papiere, zugleich steigt die Ausschüttung pro Aktie.

In punkto Dividendenrendite braucht sich die Allianz schon jetzt nicht zu verstecken. Nach 7,30 Euro im Vorjahr erhalten Anleger nun 7,60 Euro. Trotz der jüngsten Kursgewinne zählt die Verzinsung von 4,5 Prozent zu den höchsten im DAX.

Grenze erreicht

Natürlich sind die erfreulichen Fakten inzwischen im Kurs nahezu eingepreist. Nach Gewinnen von 40 Prozent seit Juli 2016 muss die Allianz nun operativ nachlegen, um neue Fantasie zu wecken. Schließlich steht der Kurs mit 170 Euro auch an einer charttechnisch harten Barriere, an der es bereits mehrfach seit Anfang 2015 zu einer großen Wende kam. Als bremsend könnte sich auch der inzwischen recht weite Abstand zur 200-Tage-Linie von 17 Prozent erweisen. Nur selten in den vergangenen Jahren wurden größere Differenzen gemessen.

Gutes Fundament

Positiv stimmt der sich abzeichnete Turnaround bei Pimco. In der zweiten Jahreshälfte 2016 gab es bei der US-Vermögensverwaltungstochter wieder Nettomittelzuflüsse. Unter dem Strich legte das verwaltete Vermögen um gut sechs Prozent zu, auch der Januar verlief offenbar positiv. Weitere Details dürften bei der Präsentation der offiziellen 2016er-Zahlen am Freitag folgen. Auch in anderen Bereichen geht der Blick wieder aufwärts. Mit dem Verkauf des verlustreichen Südkoreageschäfts verbessern sich die Aussichten für die Sparte Kranken/Leben. Auf der anderen Seite belastet das anhaltende Niedrigzins-Umfeld, eine Branchenkonsolidierung bleibt als Kurskatalysator im Spiel. Zukäufe bleiben bei der Allianz auf der Agenda und könnten im Erfolgsfall die Ergebnisentwicklung positiv beeinflussen.

Fazit: Der Kursanstieg in den vergangenen Monaten scheint fundamental gut untermauert, eine größere Korrektur daher unwahrscheinlich. Unterstützungen und damit Zielbereiche bei Gewinnmitnahmen zeigt der Chart bei 146 und 155 Euro. Für neue Aufwärtsfantasie müssten allerdings mögliche Übernahmen stärker in den Fokus rücken. Erst dann erscheint ein Ausbruch über 170 Euro und somit ein starkes Einstiegssignal realistisch.

allianz_ayondo

 

Autor: Feingold Research

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